Ein Wasserschaden im Eigenheim ist eine der teuersten Versicherungsschäden überhaupt. Und einer, bei dem die ersten 24 Stunden über die Höhe des Endschadens entscheiden. In dieser Zeit treffen viele Eigentümer eine Entscheidung, die Wahl der Firma, die kommt, und genau diese Entscheidung wird nachträglich oft bereut.
Wir bei Weick erleben jeden Monat Fälle, in denen Eigentümer mit Folgekosten von mehreren tausend Euro konfrontiert werden, die vermeidbar gewesen wären. Nicht weil sie selbst etwas falsch gemacht haben, sondern weil die zuerst angerufene Firma nicht das geliefert hat, was ein professioneller Schadensbeseitiger leisten muss.
Viele Firmen werben mit „24-Stunden-Notdienst", landen aber tatsächlich auf einem Anrufbeantworter, der erst am nächsten Werktag abgehört wird. Bei einem Wasserschaden bedeutet das oft 24 bis 48 Stunden zusätzliche Wassereinwirkung, Boden, Wände und Möbel saugen sich voll, die Trocknung dauert später Wochen statt Tage.
Jede zusätzliche Stunde Feuchtigkeit kostet später bei der Trocknung Geld, nicht selten zusätzliche 800 bis 2.500 €. Schimmelrisiko steigt mit jeder Stunde.
Rufen Sie die Firma außerhalb der Geschäftszeiten an, Sonntagabend oder nachts. Wenn nicht innerhalb von 30 Minuten ein Mensch zurückruft, ist die Bereitschaft nicht echt.
Wenn die Firma nach Stunden abrechnet, haben Sie keine Sicherheit über die Endsumme. Stundensätze von 80 bis 130 Euro sind üblich, dazu kommen Kleinmaterial-Aufschläge, Anfahrt, Werkzeug-Pauschale. Am Ende steht oft eine Rechnung, die das Doppelte des ursprünglichen Voranschlags erreicht.
Ohne Festpreis-Vereinbarung haben Sie auch gegenüber der Versicherung schwerere Argumentations-Position. Versicherer akzeptieren Festpreise leichter als laufende Stundensätze.
Fragen Sie schon am Telefon: „Bekomme ich vor Beginn einen schriftlichen Festpreis?" Wenn die Antwort weichgewaschen ist, ist das ein Warnsignal.
Versicherer fordern bei Wasserschäden Fotodokumentation des Erstzustands, Schadensbild, Schadensumfang, betroffene Bereiche. Wenn diese Dokumentation fehlt, gibt es später Streit über den tatsächlichen Schadensumfang. Im schlimmsten Fall lehnt die Versicherung Teilbereiche ab.
Fehlende Fotodoku kostet im Streitfall oft 30-50 % der Schadenssumme. Bei einem Wasserschaden von 15.000 € bedeutet das schnell 4.500 bis 7.500 € weniger Versicherungsleistung.
Fragen Sie: „Wer macht die Fotodokumentation und ab wann liegt sie der Versicherung vor?" Antwort sollte sein: ab Tag 1, mit Übergabe an den Versicherer innerhalb 48 Stunden.
Viele kleinere Anbieter haben keine eigenen Trocknungsgeräte. Sie mieten sie tageweise zu, schlagen 30-50 % Marge auf und berechnen Ihnen oder der Versicherung den höheren Tagessatz. Bei einer Trocknung über 14 Tage summiert sich das schnell auf einen vierstelligen Betrag.
Mietgeräte mit Marge: oft 35-65 € pro Gerät und Tag. Bei 4 Geräten und 14 Tagen sind das schnell 2.000 € statt 1.300 € bei eigenen Geräten.
Fragen Sie: „Bringen Sie eigene Trocknungsgeräte mit oder werden sie zugemietet?" Eigene Geräte sind ein Qualitätssignal, und meist günstiger.
Manche Anbieter geben den fertigen Bericht in Ihre Hand und sagen: „Schicken Sie das an Ihre Versicherung." Dann beginnen Telefonate, Rückfragen, Nachreichungen, alles bei Ihnen. Während Sie selbst noch mit dem Schaden im Haus zu tun haben.
Zeit, Nerven, und im Schnitt 2-4 Wochen längere Bearbeitungsdauer, weil Rückfragen über drei Stationen laufen statt direkt zwischen Fachbetrieb und Versicherer.
Fragen Sie: „Bearbeiten Sie die Versicherungs-Korrespondenz für mich oder muss ich das selbst tun?" Direktbearbeitung ist Standard bei seriösen Anbietern.
Schadensbeseitigung im Sanitär-Bereich erfordert handwerkliche Fachkenntnis. Ein Pumpen-Wechsel, eine Leitungs-Sanierung, eine Heizungs-Verbindung, das sind Facharbeiten, die nur ein zertifizierter SHK-Fachbetrieb korrekt durchführen kann. Reine Trocknungs-Firmen können das nicht, und Subunternehmer-Konstellationen verschleppen Verantwortung.
Folgeschäden durch nicht-fachgerechte Reparatur sind im Versicherungsfall oft Eigenleistung. Erneute Wasserschäden durch falsch gesetzte Leitungen oder fehlerhafte Verschraubungen werden meist nicht mitversichert.
Fragen Sie nach Zertifizierung als SHK-Fachbetrieb und nach Innungsmitgliedschaft. Beides sind harte Qualitätssignale.
Manche Anbieter sind reine Vermittler, sie verkaufen Aufträge weiter an Subunternehmer. Heute kommt Firma A für die Trocknung, morgen Firma B für den Estrich, übermorgen Firma C für den Fliesenleger. Jede dieser Firmen kennt nur ihren Teil. Übergaben kosten Zeit. Fehler verschwinden im Niemandsland zwischen den Gewerken.
Längere Bauzeit, schlechtere Abstimmung, höhere Wahrscheinlichkeit, dass Restarbeiten vergessen werden, und keine klare Verantwortung, wenn etwas nicht passt.
Fragen Sie: „Arbeiten Sie mit eigenen Mitarbeitern oder Subunternehmern?" Eigene Teams sind ein Qualitätssignal.
Eine seriöse Firma macht eine Erstaufnahme, schätzt den Aufwand, schickt Ihnen einen schriftlichen Voranschlag und holt Ihre Freigabe ein, bevor sie loslegt. Wer ohne schriftlichen Voranschlag startet, schafft Streit-Potential, sowohl gegenüber Ihnen als auch gegenüber der Versicherung.
Ohne Voranschlag haben Sie keine Verhandlungsbasis. Spätere Kostensteigerungen sind schwer zu reklamieren. Versicherer akzeptieren Mehrkosten ohne dokumentierte Grundlage oft nur teilweise.
Verlangen Sie schriftlichen Voranschlag vor Auftragsvergabe, telefonische Aussagen reichen nicht.
Ein-Mann-Firmen kommunizieren oft nur über eine Mobilnummer. Bei Folgefragen, und es gibt immer Folgefragen, erreichen Sie niemanden, weil der Inhaber gerade auf einer anderen Baustelle ist. Wichtige Informationen für die Versicherung verzögern sich. Termine werden verschoben.
Verzögerung, Frust, mehr Telefonate. Und schlechtere Kommunikation mit der Versicherung, weil Rückfragen nicht zeitnah beantwortet werden.
Erreichen Sie eine Festnetz-Servicenummer mit Sekretariat oder einem dedizierten Service-Team? Oder läuft alles über die persönliche Handynummer eines Inhabers?
Bei Schadensbeseitigung werden oft Standardteile gebraucht: Pumpen, Ventile, Rohrverbindungen, Schläuche. Wer kein eigenes Lager hat, muss alles beim Großhändler bestellen. Wenn der Bestellvorgang Tage dauert, steht die Baustelle. Trocknungsgeräte laufen weiter, und Sie zahlen sie.
Jeder Tag Stillstand kostet Trocknungs-Tagessätze und verschiebt das Wieder-Bewohnen. Bei Mietobjekten: Mietausfall.
Fragen Sie nach eigenem Lager, eigenem Service-Fahrzeug und Standardteilen vor Ort. Eine seriöse Firma kommt mit „Werkstattwagen", nicht mit dem leeren Transporter.
Wir bieten genau die Standards an, die in diesem Leitfaden beschrieben sind. Wenn Sie aktuell einen Schaden haben oder eine Firma vergleichen wollen, rufen Sie uns an. Beratung ist immer kostenlos.